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UPDATE 09. Juni 2021:Selbst gute Journalisten sind sich der ganzen Tragweite noch nicht voll bewusst: Die „Multi-Stakeholder-Weltgesellschaft“ - Was ist der Great Reset?

„Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?“

Diese russische Analyse lässt einen deutschen Leser einige Male erblassen und tief durchatmen, weil darin vieles steht, was man in der Bundesrepublik Deutschland kaum denken oder sagen darf, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass einem alle möglichen Vorwürfe gemacht werden.
Wer in der Bundesrepublik von „weltweiten Eliten“ spricht, die die Welt lenken, der gilt mindestens als Verschwörungstheoretiker. Und wenn in dem Text dann noch irgendwo das Wort „Jude“ vorkommt, dann ist es nicht mehr weit bis zum Vorwurf des Antisemitismus. Die Diskussionskultur in der BRD ist längst zu einer Diskussionsverhinderungs-Kultur geworden.

Bei den geopolitischen Thinktanks (egal, ob in Russland, den USA oder anderen Staaten) gibt es diese Denk- und Diskussionsverbote nicht, denn dort analysiert man nüchtern eine Situation und versucht Vorschläge zu erarbeiten, wie das eigene Land mit einer Situation umgehen sollte. Dabei sind Denkverbote kontraproduktiv.

Der russische Thinktank Russtrat (von dem ich schon einige Analysen übersetzt habe, zum Beispiel diese oder diese) hat eine sehr lange Analyse zum Thema Great Reset herausgebracht, die zwar schwere Kost und nicht eben für Laien geschrieben, aber dennoch ausgesprochen lesenswert ist. Dabei ist es nicht einmal wichtig, ob man der Analyse in allen Punkten zustimmt, wichtig für an Geopolitik interessierte Menschen ist vielmehr, zu wissen, worüber die Strategen der Geopolitik derzeit diskutieren. Daher habe ich die Analyse von Russtrat übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?

Nur eine Allianz zwischen Moskau und Peking kann die neuen menschenfeindlichen Konzepte des tiefen Staates brechen, die auf eine radikale Neuformatierung der Welt abzielen

Das vor einigen Jahren „vorhergesagte“ Coronavirus-Epos ist wahrscheinlich menschengemachter Natur. Sowohl die Dynamik der Ereignisse als auch gewisse Zufälle zeugen davon. Im Sommer 2020 tauchte das Projekt „Great Reset“ (Klaus Schwab) auf, das an die Epidemie als Faktor anknüpft, der die Transformation der Weltordnung im Interesse der Konzerne ermöglicht. Nach Bidens Einzug ins Weiße Haus präsentiert Richard Haas, der Präsident des Council on Foreign Relations, ein neues „globales Konzert“, (hier ohne PayWall) ähnlich dem, vom Beginn des 19. Jahrhunderts.

Club of Rome, Globalisierung und Globalismus

Das Projekt, eine Welt der Konzerne zu formen, gibt es schon seit langem. Eine detaillierte Ausarbeitung erfolgte durch den Club of Rome in einer Reihe von Programmberichten, die einen Fahrplan für eine gesteuerte Globalisierung vorschlugen. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurden ihre wichtigsten Ideen – die Begrenzung der Entwicklung, der Bevölkerung und des Energieverbrauchs durch mystische „Grenzen des Wachstums“, und die Aufteilung der Welt in Zonen mit engen wirtschaftlichen Spezialisierungen, die interkonfessionelle Vereinigung der Welt auf der Grundlage einer „einzigen Weltreligion“, etc. – in der „Agenda-XXI“ zusammengefasst.

Daraus werden acht „Entwicklungsziele des Jahrtausends“ extrahiert (2000-2015), die dann in siebzehn nachhaltige Entwicklungsziele (2015-2030) umformuliert werden. Gleichzeitig bildet sich ein System von Global-Governance-Institutionen. Die allgemeine Idee ist wie folgt: Die Menschheit wird in höhere und niedere Kasten eingeteilt. Die Überlegenen („Elite“) erlangen dank bahnbrechender Biotechnologien, wenn nicht Unsterblichkeit, so doch ein unvorstellbar langes körperliches Leben. Die Unterlegenen sind das dienende Personal, das mit Hilfe sozialer und medizinischer Technologien in Chaos und Archaik versinkt, um eine Selbstorganisation von Protest zu vermeiden.

Die stark reduzierte Zahl der Minderwertigen wird weiter reguliert und durch externe Kontrolle auf einem Niveau von bis zu 500 Millionen Menschen für den gesamten Planeten gehalten; Industrie und Landwirtschaft werden zerstört. Es herrscht ein „goldenes Zeitalter“ auf dem Planeten – endlose hierarchische Unveränderlichkeit, verstärkt durch die Zerstörung der Identität und die Auslöschung des historischen Gedächtnisses.

Die konzeptionelle Rechtfertigung für die Pläne der menschlichen Segregation war die Erweiterung der Theorie der natürlichen Selektion (Charles Darwin) und der Bevölkerungstheorie (Thomas Malthus) auf die soziale Sphäre, an deren Kreuzung die Eugenik erschien (Francis Galton), die versuchte, religiöse und moralische Beschränkungen auf dem Weg der selektiven „Verbesserung“ der menschlichen Natur zu entfernen.

Hinzu kamen die wichtigsten Entwicklungen der britischen und amerikanischen Geopolitik zur See und zu Lande. Die Umsetzung der oben erwähnten theoretischen Ansichten in die Praxis bildete die zivilisatorische Aufgabe des Westens in Form einer allmählichen Expansion von der Peripherie zum Zentrum Eurasiens.

In der konzentriertesten Form wurde das im nationalsozialistischen Generalplan „Ost“ skizziert, wie auch in ähnlichen westlichen Projekten der Zerstückelung von „Großrussland“ und der Kolonisierung seiner Trümmer. Die Transformation der Welt der Staaten in eine Welt der Konzerne sollte durch die Globalisierung erreicht werden, durch die Zerstörung von Staaten und die Fragmentierung von Identitäten, gefolgt von der Atomisierung der Individuen und der globalen wirtschaftlichen Integration.

Der Zweite Weltkrieg wurde entfesselt, um zur Vision einer Weltregierung zurückzukehren, deren Errichtung auf der Grundlage des Völkerbundes durch die Große Oktoberrevolution unterbrochen worden war. Die entscheidende Niederlage Nazi-Deutschlands durch die Rote Armee und die vollwertige Beteiligung der UdSSR an der Gestaltung der Nachkriegsweltordnung verhinderte jedoch erneut, dass der UNO der Status einer „Obersten Behörde“ zuerkannt wurde, was diese Organisation zu einer Arena der Konfrontation zwischen den Supermächten im Kalten Krieg gemacht hat.

Betrachtet man heute das globale Spiel, das nach dem Zusammenbruch der UdSSR „gespielt“ wurde, so haben die herrschenden Kreise des Westens es nicht geschafft, die Kontrolle über die Entwicklung der Welt zu behalten, da sie das Potenzial Russlands und Chinas unterschätzt haben, die eine solidarische Herausforderung für die US-Hegemonie in Eurasien darstellen.

Bei der Analyse der möglichen Optionen für die weitere Entwicklung der aktuellen Trends sollte man die oben beschriebenen Erfahrungen bei der Bildung der globalen Weltordnung nach den Weltkriegen im Auge behalten und berücksichtigen. Die erste Option, die derzeit hauptsächlich umgesetzt wird, ist mit der internen systemischen Herausforderung des Westens durch Russland und China verbunden. Das heißt, unsere Länder akzeptieren insgesamt die etablierten Regeln des globalen Spiels und kämpfen dafür, die Kontrolle über deren Umsetzung zu übernehmen, einschließlich des entsprechenden Systems der globalen Institutionen.

In diesem Fall ist eine extreme Konfrontation unvermeidlich, bis hin zu einer militärischen Auseinandersetzung und einem groß angelegten Konflikt, denn die Niederlage in einem solchen Wettbewerb ist gleichbedeutend mit einer Kapitulation und der Verdrängung des Verlierers an den Rand sowohl des kapitalistischen Weltsystems als auch des welthistorischen Prozesses insgesamt.

Die zweite Variante, von der einige Elemente auch in den gegenwärtigen Bedingungen vorhanden sind, wenn sie auch nicht dominieren, ist die Wiederholung der Erfahrung der Großen Oktoberrevolution, verbunden mit der Bildung einer systemischen Alternative, d.h. eines anderen Weltsystems mit eigenen Spielregeln. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die BRICS und eine Reihe von verwandten Finanzinstitutionen – die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank, die New Development Bank, sowie postsowjetische Integrationsprojekte und die chinesische Initiative der neuen Seidenstraße – sind genau der Prototyp einer solchen systemischen Alternative.

Die Metamorphose der „nachhaltigen Entwicklung“

Man kann Menschen unter bestimmte Bedingungen mit Gewalt oder Druck zu einem gewünschten Verhaltensmuster zwingen. Alternativ kann man sie einer „Gehirnwäsche“ unterziehen, indem man ihnen eine bestimmte Menge an notwendigen Einstellungen einpflanzt und sie davon überzeugt, dass diese Einstellungen ihre Überzeugungen darstellen. Die Überzeugungen wiederum sind bei Gläubigen in religiösen Systemen und bei Atheisten in ideologischen Systemen fixiert. Wie miteinander verbundene Gefäße haben Religion und Ideologie in ihrer Projektgenese die Eigenschaft, sich gegenseitig zu ersetzen und zu ergänzen.

Die Integration des religiösen Faktors, verbunden mit der Bildung der „einen Weltreligion“, wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) ausgelöst, dessen Hauptentscheidung darin bestand, das Christentum in das Fahrwasser des Judentums zu stellen, indem die „Seniorität“ des letzteren und das „Blut“ des Erlösers gegenüber dem jüdischen Volk anerkannt wurde (das heißt, das Ideelle wurde durch das Materielle ersetzt: der christliche Geist durch den ethnischen Faktor).

Dieser Trend war mit dem ökumenischen Prozess gekoppelt. Im Jahre 1995 wurde auf der Grundlage der Internationalen Gorbatschow-Stiftung und mit der Unterstützung von George Bush, Margret Thatcher, Zbigniew Brzezinski und anderen Weltführern und Ideologen des Globalismus das Forum „Zustand der Welt“ (World Forum) gegründet, dessen wichtigstes Ziel die Organisation des interreligiösen Dialogs war. Im Jahr 2001 wurde die Ökumenische Charta unterzeichnet, die Katholiken und Protestanten vereinte

Gegenwärtig wird über das „Ökumenische Patriarchat“ von Konstantinopel versucht, die orthodoxen Kirchen in dieses Bündel hineinzuziehen, außerdem wird die protestantische Expansion in den asiatisch-pazifischen Ländern, vor allem in Südkorea und China, vorangetrieben.

Im ideologischen Bereich wurde der Prozess der globalen Integration ebenfalls in den 1960er Jahren mit der Gründung des Club of Rome eingeleitet, der mit dem Heiligen Stuhl, der ökumenischen Bewegung und den oligarchischen Clans, die ihn bevormunden, verbunden ist. Das gemeinsame „Spiel“ wurde über die Vatikanbank (Istituto per le Opere di Religione) und deren Verbindungen zum Bankensektor abgewickelt. Die Methode der Einbindung „katholischer“ Banken in von der Oligarchie kontrollierte Bankennetzwerke und -allianzen durch katholische Orden (Malteser, Opus Dei etc.) sowie die Einschleusung entsprechender Agenten des oligarchischen Einflusses in staatliche Institutionen wurde ebenfalls genutzt.

Der Club of Rome wählte Ökologie und die „grünen“ Themen, weil es unter den Bedingungen des Kalten Krieges keine anderen gemeinsamen Themen zwischen West und Ost gab.

Fragen der Umweltsicherheit wurden zunächst aus dem allgemeinen Bereich der nationalen Sicherheit herausgenommen. Dann wurde die „breite“ Auslegung der Ökologie, die die Sphären der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung einschloss, verabsolutiert und über die Sicherheit als solche erhoben. Der „breite“ Umweltimperativ wurde genutzt, um den „Eisernen Vorhang“ zwischen Ost und West zu überwinden.

So entstand das konvergente ideologische Schlüsselkonzept des Globalismus, das „sustainable development“ („nachhaltige Entwicklung“). Es soll eine Entwicklung sein, die die Natur nicht zerstört und das Gleichgewicht zwischen der Biosphäre und der Technosphäre nicht stört; tatsächlich legen die Autoren in das „sustainable development“ die ideologische Dominante der Nicht-Entwicklung, die die Erosion der westlichen Dominanz verhindern soll.

Der Globalismus trat in den 1970er Jahren in seine aktive Phase ein, was sich in der folgenden Ereigniskette widerspiegelt:

1971 – Ablösung des Bretton-Woods-Systems des Goldstandards durch das losgelöste Jamaika-System;

1972 – Gründung des „konvergenten“ Internationalen Instituts für Angewandte Systemforschung (IISA) in Wien unter Beteiligung der USA und der UdSSR sowie weiterer NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten;

1972 – Veröffentlichung des ersten Berichts an den Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“, entwickelt am Massachusetts Institute of Technology (MIT). In diesem Dokument wurden zwei grundlegende Aufgaben formuliert und festgelegt, unter deren Vorzeichen alle aktuellen Ereignisse stehen: die Reduzierung der Bevölkerung und die Begrenzung der industriellen Entwicklung (jetzt verschlüsselt als „Bekämpfung der anthropogenen Emissionen“);

1972/1973 – Die Gründung der Trilateralen Kommission (Rockefeller und Brzezinski), die die Eliten Nordamerikas, Westeuropas und Japans zu einer Weltarchitektur mit drei Blöcken vereinte; 1975, erstellte es unter der Leitung von Huntington, Croisier und Watanuki den im Westen weit verbreiteten Bericht „Die Krise der Demokratie“ vor, in dem sie die Erhaltung des Kapitalismus mit dem Traditionalismus durch einen „neuen Faschismus“ verbanden;

1973/1974. – In den USA wurden die bisherigen Präsidenten und Vizepräsidenten Nixon und Agnew schrittweise durch die nicht gewählten Platzhalter der Oligarchie, Gerald Ford und Nelson Rockefeller, ersetzt;

1975 – Schlussakte der KSZE in Helsinki, bei der die UdSSR im Austausch für „Garantien“ der Nachkriegsgrenzen zustimmte, in „globale Fragen“ einbezogen zu werden;

1975 – Gründung der Vanguard Group, der systembildenden Vermögensverwaltungsgesellschaft; unter den Bedingungen des eingetretenen totalen Monopols kontrolliert dieser Typus von „globalen Investoren“ die Weltwirtschaft durch fast alle transnationalen Banken und Konzerne; sie spielen auch eine Schlüsselrolle im neu geschaffenen Rat für einen integrativen Kapitalismus im Vatikan.

Wir erinnern daran, dass um 2010 in einer Studie der Schweizerischen Eidgenössischen Technischen Hochschule die Struktur des Aktienbesitzes und der Cross-Partnerschaften von 43.000 Banken und Unternehmen analysiert wurden, wobei im Ergebnis ein „breiter“ Kern aus 1.318 Subjekten festgestellt wurde. Innerhalb dieses Kerns wurde ein „enger“ Kern von 147 wichtigen Finanz- und Industriekonzernen identifiziert. Die Vermögensverwaltungsgesellschaften, deren Gesamtzahl auf zehn bis fünfzehn geschätzt wird, bilden den „ultra-engen“ Kern der globalen kapitalistischen Wirtschaft.

Die Einbeziehung der UdSSR in globale Fragen erfolgte mit direkter Unterstützung des Vorsitzenden des Ministerrats Kosygin. Die Sowjetunion gehörte zu den Gründern des Wiener Instituts für Systemforschung. Seine Niederlassung und eine Reihe von verwandten Instituten wurden in der Sowjetunion gegründet. 1983 wurde auf geheimen Befehl von Andropow die Politbüro-Kommission des Zentralkomitees der KPdSU für die Wirtschaftsreform gegründet, die von Ministerpräsident Tichonow und seinem Stellvertreter Ryschkow geleitet wurde; die faktische Leitung hatten Schatalin und Gwischiani inne. Der Kommission gehörte eine Gruppe von zukünftigen „Reformern“ an, darunter Gaidar, Tschubais, Aven und andere. (Anm. d. Übers.: Die letzten drei wurden nach dem Zusammenbruch Sowjetunion in den 90er Jahren unter Jelzin zu mächtigen Figuren bei der Privatisierung, die wiederum die russischen Oligarchen hervorgebracht hat, zu denen mindestens Aven, wenn nicht alle drei gezählt werden konnten)

Generell besteht immer noch ein signifikanter semantischer Unterschied zwischen den Kategorien „sustainable development“ und „Nachhaltige Entwicklung“, dessen Essenz sich in den Reden der Führer Russlands und Chinas auf dem Klimagipfel, der auf Initiative von Joe Biden am 22. und 23. April dieses Jahres stattfand, widerspiegelt.

Der Westen sieht den Klimaprozess als einen Weg, um Zugang zu den Ressourcen der Entwicklungsländer zu bekommen, als ein Werkzeug, um sie zu zwingen, zu deindustrialisieren und westliche „grüne“ Produkte und „grüne“ Technologie zu kaufen (mit Hilfe der CO2-Steuer) und als ein Mittel, um ein globales System von „ökologischen“ Werten zu bilden, die vom Westen aufgezwungen werden. Auch werden die Trends der Zukunft aufgezwungen, vor allem die Technologieführerschaft im Rahmen der „grünen“ Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz, denen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der „neuen Weltordnung“ zugewiesen wird.

Das ist der wirkliche Sinn des Projektes Great Reset. Für Russland und China ist die Teilnahme am Klimaprozess ein Instrument zur Stärkung der Souveränität, aber auch zur technologischen Entwicklung und zur Lösung „aufgeschobener“ Umweltprobleme. Deshalb setzte Putin die Frage der Verknüpfung von Industrieemissionen mit ihrer Absorption durch die natürliche Umgebung wieder auf die Tagesordnung und wies auf den fast 30-fachen Überschuss des Methan-Treibhauseffekts gegenüber CO2 hin.

Daraus folgt, dass der Klimawandel durch das Recycling von Methan und nicht durch den Handel mit CO2-Zertifikaten bekämpft werden muss. Die wichtigste Ressource für eine CO2-arme Entwicklung ist laut Putins Rede die Kernkraft, nicht die berüchtigten erneuerbaren Energien, die im letzten Winter in Europa ihr Versagen demonstriert haben. Darüber hinaus stellte Xi Jinping in Aussicht, dass die Emissionen in China bis 2030 maximal ansteigen und die „CO2-Neutralität“ erst 2060, also in nicht-absehbarer Zeit, erreicht werden soll.

Im Gegensatz zu ihren westlichen Gegnern verbinden unsere Länder Ökologie nicht mit Außenpolitik oder Global Governance, sondern mit innerer Entwicklung.

„Nachhaltige Entwicklung“ und „Friedensförderung“.

Das System der Institutionen des „sustainable development“, das sich herausgebildet hat, umfasst zwei Hauptrichtungen oder Schienen. Die erste integriert in einer „breiten“ Auslegung die Umwelt mit der Wirtschaft und der sozialen Sphäre und wird durch die Institution der UN-Konferenzen für Umwelt und Entwicklung repräsentiert. Diese finden alle zehn Jahre statt, und auf der ersten Konferenz nach dem Zusammenbruch der UdSSR, der Rio-92-Konferenz, wurden die grundlegende Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung sowie die Agenda 21 und eine Reihe weiterer oben genannter internationaler Dokumente verabschiedet.

Die zweite Schiene dehnt das Thema der nachhaltigen Entwicklung auf die politische Sphäre aus, und der Übergang erfolgt durch eine andere Art von Institution, die Weltgipfel zu den Entwicklungszielen, von denen der erste, bekannt als Millenniumsgipfel, im Jahr 2000 stattfand und die nachfolgenden alle fünf Jahre einberufen werden.

Der Gipfel im Jahr 2000 legte die Millenniumsentwicklungsziele vor; der Gipfel 2015 aktualisierte sie mit den nachhaltigen Entwicklungszielen. Der Inhalt der Entwicklungsziele lehnt sich im Wesentlichen an die Millenniumsziele an, detailliert diese aber durch eine Verdoppelung der Gesamtzahl der „Ziele“. Das letzte „Ziel“ ist in beiden Fällen die „globale Partnerschaft“.

Sie schlägt die Brücke zum Konzept der „Präventivdiplomatie“, die ein Mechanismus zur „Nachkonflikt“-Lösung von innerstaatlichen Konflikten und von nicht von zwischenstaatlichen Konflikten ist. Dazu werden innere Konflikte zunächst gezündet und dann internationalisiert, um eine ausländische Intervention zu ermöglichen und das Land unter westliche Kontrolle zu bringen. Dies wird als „Friedenskonsolidierung“ bezeichnet, die von einem speziellen Gremium innerhalb der UN-Struktur, der Kommission für Friedenskonsolidierung, geleitet wird.

Die grundlegenden Konzepte der „sustainable development“ und des „peacebuilding“ werden von den einschlägigen UN-Dokumenten unterstützt. „Sustainable development“, wie sie im Bericht „Our Global Neighborhood“ der UN Commission on Global Governance and Cooperation von 1995 skizziert wurde, zielt darauf ab, eine „globale Gemeinschaft“ zu bilden, in der die Sicherheit nicht bei den Staaten, sondern bei „Planet und Menschen“ liegt.

Dies ist ein Mechanismus der totalen Intervention überall; derzeit wird er unter dem Slogan der Menschenrechte durchgeführt, in Zukunft wird der Grund sein, dass Länder „internationale Standards“ des Umweltschutzes nicht einhalten. Die Ressourcen selbst werden in „globale Gemeingüter“ umgewandelt, für deren Nutzung die Länder „globale Steuern“ an die UNO zahlen. (Anm. d. Übers.: Dass das keine Fantasie ist, kann jeder erkennen, denn derzeit wird neben dem Genozid auch der Ökozid als internationaler Straftatbestand eingeführt, was dann Interventionen des Westens möglich macht, die nicht mehr mit Menschenrechten, sondern mit Umweltschutz begründet werden können.)

Die Ziele des „peacebuilding“ werden im Bericht des hochrangigen Panel der Vereinten Nationen „A More Secure World: Our Shared Responsibility“ (2004) aufgezeigt. Beide Dokumente haben eine Gemeinsamkeit. Es handelt sich um Pläne zur Reform der UNO, die den Sicherheitsrat an den Schwenk der Globalisierung zum Regionalprinzip anpassen sollen.

Russische und chinesische Opposition zum Globalismus

Schwabs Plan des Great Reset ist direkt mit den genannten nachhaltigen Entwicklungszielen verknüpft, er zielt also auf das Jahr 2030. Methodisch gesehen, verbindet das Konzept des Great Reset sustainable development und Digitalisierung. Und hier sollten wir nach einer Antwort auf die Frage suchen, warum der Club of Rome seinerzeit die globalen Probleme mit dem „Umweltschutz“ verbunden hat, um sie dann mit dem wirtschaftlichen und sozialen Faktor zu verknüpfen, von wo aus sie in die „große Politik“ gelangten.

Im Zentrum aller theoretischen Konstruktionen, die mit dem „Great Reset“ verbunden sind, steht die Allianz der drei Kräfte, die für die Förderung globaler Veränderungen „verantwortlich“ sind: der staatliche Faktor, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft. In diese Kombination ist jedoch eine Besonderheit der Interpretation und Bedeutung eingebettet. Auf UN-Ebene ist die Wirtschaft durch den Global Compact vereint, dessen Sinn es ist, Banken und Konzerne der Entwicklungsländer die Bedingungen aufzuerlegen, die von den Industrieländer als sustainable development definiert wurden.

Was die „globale Zivilgesellschaft“ anbelangt, so wird sie auch spezifisch verstanden – als die Gesamtheit ihrer organisierten Spitze, repräsentiert durch NGOs. Alle offiziellen Dokumente, die sich auf „sustainable development“ beziehen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der UN, appellieren an sie, trotz ihrer offensichtlichen Abhängigkeit nicht von der Zivilgesellschaft als solcher, sondern von externen Kräften, die an einem bestimmten Schwerpunkt ihrer Aktivitäten interessiert sind. Gleichzeitig wird die Beziehung zwischen Unternehmen und NGOs und Regierungen, wie sie von Globalisten gesehen wird, durch ein vielsagendes Zitat aus dem UN-Bericht „Our Global Neighbourhood“ charakterisiert:

„Governance und Zusammenarbeit ist die Gesamtheit der vielen Wege, auf denen Einzelpersonen und Organisationen, sowohl staatliche als auch private, ihre gemeinsamen Geschäfte führen. Es ist ein ständiger Prozess des Ausgleichs von gegensätzlichen Interessen und Unterschieden, um gemeinsam zu handeln. Ein solcher Prozess umfasst das gesamte System der Regierung und der formellen Institutionen, die darauf ausgerichtet sind, die Anpassung, die Vereinbarung und die bestehenden informellen Vereinbarungen zwischen Individuen und Organisationen zu gewährleisten, die in ihrem Interesse sind“

Das heißt, die Rolle der Staaten besteht nicht darin, Sicherheit zu gewährleisten, sondern die privaten Interessen bestimmter Gruppen zu sichern. Inzwischen werden die „inoffiziellen Absprachen“, die „den Interessen“ von „Einzelpersonen und Organisationen“ entgegenkommen, als mafiöse Geschäfte bezeichnet. Die Einbindung „offizieller Institutionen“ in sie wird als Korruption angesehen. Aber hier geht es um „große Politik“ – ein Prozess, der „das gesamte Regierungssystem umfasst“ (der Autor des Berichts, der im Auftrag der UN erstellt wurde, ist der ehemalige Ministerpräsident von Schweden und Vizepräsident der Sozialistischen Internationale Karlson).

Wie ist dieser Fall zu erklären? „Individuen und Organisationen“ ist nichts anderes als ein Euphemismus für die globale Oligarchie. Mit anderen Worten, die Staaten werden in die „Allianz“ zwischen der Wirtschaft und der NGOs einbezogen, nicht als gleichberechtigte Partner und schon gar nicht als Träger der Globalisierungstendenzen, sondern als Objekt, das im Rahmen dieser Partnerschaft Vorrechte und Befugnisse an diese neuen Subjekte – die Wirtschaft und die NGOs – abgeben soll. Also an diejenigen, die hinter ihnen stehen und ihre Aktivitäten lenken.

Dies ist die Logik hinter der Gründung des Rates für inklusives Kapital, der im November 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. In dieser Logik wurde der Vatikanische Rat für einen inklusiven Kapitalismus gegründet, der sich selbst zum „Hauptquartier der globalen Bewegung“ erklärte. Dies veranlasst uns, den Rat als eine globale Partei zu behandeln, oder vielmehr sein Zentralkomitee. Die entsprechende Hierarchie hat vier Ebenen. An der Spitze steht der Jesuit Papst Franziskus.

Die zweite „Etage“ von oben gehört den Oligarchen, verkörpert durch die exemplarische Figur der Lynn de Rothschild. Den „guardians“ in der Liste, die zwar „Vormünder“ genannt werden, aber in Wirklichkeit passender mit „Wächter“ übersetzt werden, gehört die führende Rolle der großen Geschäftsleute und Vertretern von NGOs („informeller Sektor“), aber es gibt überhaupt keine Vertretung staatlicher Interessen.

Insgesamt handelt es sich um eine Art Politbüro. Darunter, in der dritten („srewards“) und vierten („allies“) Ebene, gibt es kleinere Vertreter. Es ist sehr deutlich, dass sich unter den insgesamt 69 „Wächtern“, „Bewahrern“ und „Verbündeten“ kein einziger Vertreter Russlands und Chinas befindet. Ein Bündnis ohne Russen und Chinesen ist ein Bündnis gegen Russen und Chinesen, das ist ein ehernes Gesetz der Weltpolitik.

Es gibt noch eine weitere sehr wichtige Nuance, auf die die Schöpfer des Projekts ihre Aufmerksamkeit nicht richten wollen. Unter den Mitgliedsorganisationen des „inklusiven“ Rates ist eine gewisse JLens, die selbst folgendes über sich sagt:

„JLens“, gegründet 2012, ist ein Netzwerk von Investoren, das die jüdische Perspektive auf Impact Investing erforscht und als Brücke zwischen der jüdischen Gemeinschaft und den Bereichen Socially Responsible Investing (SRI) und Corporate Social Responsibility (CSR) dient. Impact Investing ist ein neuer Begriff für ein altes Konzept: Werte, Ethik und Mission erstrecken sich auf Investitionsentscheidungen. In den letzten Jahren hat sich das Feld jedoch zu einer globalen wertebasierten Bewegung entwickelt und ein aufregendes neues Forum für die Anwendung jüdischer Weisheit geschaffen.
JLens beaufsichtigt die Einbindung jüdischer Werte für die Interessenvertretung der jüdischen Gemeinschaft sowohl in die Propaganda-Bemühungen als auch in die Portfoliostrategie bei etwa dreihundert der einflussreichsten Unternehmen in den Vereinigten Staaten.
…JLens veranstaltet auch einen jüdischen Impact Investing Summit am Vatikan, der Kapitalmanager der jüdischen Community zusammenbringt, um zu lernen und gemeinsam jüdische Führung im Bereich Impact Investing zu fördern. JLens hat die jüdische Gemeinde bereits dreimal im Vatikan vertreten, zuletzt beim Gipfel zu Religionen und nachhaltiger Entwicklung 2019.“

Die Allianz zwischen Katholizismus und Judentum, die in der ersten Hälfte der 1960er Jahre durch das Zweite Vatikanische Konzil formalisiert wurde, wird also von den Jesuiten in Richtung der Kontrolle jüdischen Kapitals über wichtige amerikanische Unternehmen gefördert, und es scheint, dass es nicht nur um amerikanische Unternehmen geht. Wie wahrscheinlich ist es, dass dies der Sinn und das ultimative Ziel des gesamten päpstlichen Konzils ist und damit auch des gesamten Projekts des „Great Reset“? Und inwieweit ist diese Frage rhetorisch, wenn die Antwort ganz offensichtlich ist?

In diesem Schema ist die Digitalisierung kein Ziel, geschweige denn ein Weg zur technologischen Perfektion, sondern ein Instrument der technokratischen Monopolisierung der Kontrolle über die Menschheit, um sie mit Hilfe der künstlichen Intelligenz allumfassend und totalitär zu machen.

Offiziell wird der Termin 2030 für das Projekt „Great Reset“ mit dem Zeitplan der nachhaltigen Entwicklung erklärt, aber informell wird zugegeben, dass es um das schnelle Erstarken Chinas geht, dessen Entwicklung ihm bis 2030 einen Sieg im strategischen Wettbewerb mit dem Westen sichern wird. Die Kombination der strategischen Projekte Chinas (Seidenstraße) und Russlands (Eurasische Wirtschaftsunion) führt unser Land gewissermaßen aus der Abhängigkeit von den Programmvorgaben des Globalismus heraus.

Bezeichnenderweise wurde die Unabhängigkeit Russlands und Chinas durch den Klimagipfel im April demonstriert, eine Fortsetzung der Position, die beide Länder im Februar in den Reden von Präsident Putin und Präsident Xi auf dem „virtuellen Davos“ erklärt hatten. Damals klangen diese Reden im Verhältnis zum Rest dissonant; sie überschnitten sich jedoch in ihrer Bedeutung so sehr, dass klar war: Die beiden Texte wurden auf diplomatischem Wege abgestimmt, um die Gemeinsamkeit der Ansichten Moskaus und Pekings zum Weltgeschehen zu erklären.

Zwei Hypostasen des modernen Globalismus

Dass sich das im Frühjahr erschienene neue Konzept des „globalen Konzerts“ zusammen mit dem „Great Reset“ auf die Erfahrungen des Wiener Kongresses (1814-1815) und die nach den napoleonischen Kriegen geschaffene Weltordnung bezieht, ist insofern aufschlussreich, als „sustainable development“ nicht erwähnt wird. Mit Blick auf die Schwächung des Westens, unterstützt durch die Offensive der „Nicht-Demokratien“, womit eindeutig Moskau und Peking gemeint sind, stellt Richard Haas, der Präsident des Council on Foreign Relations, fest, dass die liberale Weltordnung der „Demokratien“ nicht in der Lage war, globale Stabilität zu gewährleisten. Weder materielle noch geistige Ressourcen seien ausreichend vorhanden.

Es wird eine Vereinheitlichung ohne formalisierte Mitgliedschaft vorgeschlagen, eine Art „runder Tisch“ zum Interessenausgleich, um übermäßige Spannungen zu vermeiden. Haas sieht das „Konzert“ als beratendes Gremium; die getroffenen Vereinbarungen, verkörpert in „Empfehlungen“, werden von offiziellen Institutionen umgesetzt. Gleichzeitig wird der „Great Reset“ weder abgesagt noch abgelehnt; er wird einfach beiseite geschoben, als ob man merkt, dass er jetzt nicht umgesetzt werden kann.

Die Vereinigung soll keine formale Mitgliedschaft haben, sondern eine Art „runder Tisch“ zum Interessenausgleich sein, um übermäßige Spannungen zu vermeiden. Haas sieht das „Konzert“ als beratendes Gremium; die getroffenen Vereinbarungen, verkörpert in „Empfehlungen“, werden von offiziellen Institutionen umgesetzt. Gleichzeitig wird der „Great Reset“ nicht abgesagt oder abgelehnt; er wird einfach beiseite geschoben, weil man versteht, dass er jetzt nicht umgesetzt werden kann.

Es entsteht der Eindruck, dass das „Konzert“ keine Alternative ist, sondern eine Vorbereitungszeit, die dazu führt, dass das Hauptszenario (und die Verärgerung) hinter einer Verkleidung aus dem Vordergrund verschwindet. Und sobald das „Konzert“ die ihm gestellten Ablenkungsaufgaben erfüllt hat, wird alles im Globalismus, einschließlich der „sustainable development“, zur Normalität zurückkehren. Warum?

Erstens weist Haas‘ Kritik an der UNO eindeutig auf die Unterminierung des vorgeschlagenen „Konzert-Sextetts“ durch das bestehende System unter Führung des Sicherheitsrates hin. Nimmt man Bidens Versprechen hinzu, ein „Forum der Demokratien“ ohne Russland und China zusammenzustellen, so stellt sich heraus, dass unseren beiden Ländern beim „Sextet“ eine „Demoforum“-Agenda angeboten wird, die gegenüber der UN-Agenda als vorrangig angesehen wird.

Die Ablehnung schließt ein System der „kollektiven Isolierung von Revisionisten“ ein, wie Haas ausdrücklich schreibt. Und das Wichtigste: Die zentrale Rolle der UN, die Moskau und Peking befürworten, wird damit enden. Die Abwertung der UN als Teil des „Konzerts“ ist notwendig, um den „Great Reset“ zu fördern. Gleichzeitig versuchen die Autoren der Initiative, ein zusätzliches Ziel zu erreichen: das von Putin initiierte Sechs-Parteien-Treffen durch ein Treffen der Führer der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats zu ersetzen.

Zweitens: Wenn sich das Zentrum des Weltgeschehens auffällig zum „Sextet“ verlagert, wird das Kräfteverhältnis in der Welt kardinal verändert. Im UN-Sicherheitsrat steht es drei zu zwei zugunsten des Westens, aber mit einem Vetorecht, was die Mehrheitsverhältnisse aufhebt; in der Sechsergruppe wird es vier zu zwei und ohne Veto sein, d.h. die Mehrheit bestimmt die Entscheidungen.

Hinzu kommt die mehrfache „Stimme“ der EU, die zwei ständige Mitglieder im Sicherheitsrat hat – die USA und Frankreich – und zusätzlich zu ihnen ein weiteres – Großbritannien, sowie Deutschland. In diesem Fall wird sich der Westen hinter den Ambitionen Deutschlands, Japans und Indiens verstecken, die unbedingt Mitglieder im Sicherheitsrat werden wollen, und er wird beginnen, sie aufzuhetzen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der Westen im Rahmen der Sechs eine Opposition gegen China und Indien kultivieren wird, die die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und die BRICS untergräbt und damit auch Russlands Interessen schadet.

Drittens proklamieren die Prioritäten des „Konzerts“ die Unterstützung bestehender Grenzen und die gewaltsame Unterdrückung der Selbstbestimmung sowie die Suche nach kollektiven Antworten auf globale Herausforderungen. Die Annahme dieser Bestimmungen setzt jedoch die UN-Charta außer Kraft, zu der sie im Widerspruch stehen. Darüber hinaus sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die UdSSR bereits zusammengebrochen ist, während sich dieser Trend im Westen erst abzuzeichnen beginnt (Schottland, Katalonien usw.).

Unter diesen Bedingungen legt der erzwungene Status quo die Unumkehrbarkeit des Zerfalls Russlands fest, während der Westen dies vermeidet. Das „Konzert“ ist also notwendig, damit die NATO unter dem Deckmantel von Verhandlungen weiter auf Kosten ehemaliger Sowjetrepubliken expandieren kann. Und auch, das sollten wir hinzufügen, um die US-Eingriffe in die chinesische Souveränität zu vertuschen, bis hin zur „legitimen“ Entfesselung eines Krieges um Taiwan.

Viertens: Das berüchtigte „Konzert“ hat unser Land auch im 19. Jahrhundert nicht vor separaten Allianzen des Westens verschont. Diese Prozesse kulminierten im Krimkrieg sowie in den Opiumkriegen in China. Das geschah, weil der Konsens des „Konzertes“ auf den Westen beschränkt und gegen den Osten gerichtet war. Das Gleiche wird jetzt vorgeschlagen. Haas hypt die „Andersartigkeit“ des Ostens und leugnet sie gleichzeitig.

Und schließlich fünftens: Für den Hauptsitz des „Konzerts“ werden zwei Adressen vorgeschlagen, die mit sehr konkreten historischen Parallelen und zeitgenössischen Bedeutungen ausgestattet sind. Es handelt sich um Genf und Singapur, die eng mit dem Clan der Rothschild-Oligarchen verbunden sind. Und hier wird der Zusammenhang zwischen dem „globalen Konzert“ und dem „Great Reset“ auf einer symbolischen Ebene visuell wahrgenommen, sozusagen „nach Freud“.

Daraus lässt sich eine mathematische Formel für die erzwungene Aufteilung des einen globalistischen Projekts in zwei Phasen ableiten. Das „Konzert“ ist gleich „Reset“ minus „sustainable development“. Mit dieser Hilfe hoffen die Autoren des Projekts, China und Russland zu „beruhigen“, damit sie sich nicht gemeinsam auf den auf dem Weltwirtschaftsforum und dem Klimagipfel erklärten Weg begeben.

Schlussfolgerungen

Erstens. Das Aufkommen der Projekte „Great Reset“ und „Global Concert“ deutet auf Versuche hin, Globalisierungsprozesse zu intensivieren, die auf das Ende der Geschichte und das Aufhalten der Entwicklung abzielen. Die Aufspaltung des Homo sapiens in zwei verschiedene Unterarten ist im Gange. Die obere, elitäre Schicht, die sich auf einige hundert aristokratische und oligarchische Familien und Vertreter der Wissenschaft beschränkt, erreicht eine bedeutende Erweiterung der physischen Existenz. Die Anzahl der Menschen der „unteren“ Schicht wird durch eine Reihe von Krisen, Epidemien, Kriegen usw. radikal reduziert.

Die Globalisierung wird als ein Werkzeug der Erosion und des Zusammenbruchs von Staaten und der Atomisierung von Identitäten gesehen, gefolgt von einer „Wiederzusammensetzung“ dieser Trümmer auf korporativer Basis zu einer neuen Gemeinschaft durch universelle wirtschaftliche Integration. Als Modell dieser Prozesse gilt die Aufteilung der Welt über Grenzen hinweg in eine „globale Stadt“ – ein System von Megalopolen-Agglomerationen, die durch moderne Kommunikationsmittel miteinander verbunden sind – und ein „globales Dorf“ – das Gebiet dazwischen, das in Chaos und Archaik versinkt. Mit der Ausbreitung der Segregation vertiefen sich die Widersprüche zwischen „Stadt“ und „Dorf“, was zur Entstehung und Eskalation von Konflikten führt.

Zweitens. Das Konzept der „sustainable development“ ist die Ideologie und Methode der kontrollierten globalen Veränderungen in die oben genannte Richtung und bildet den Trend, die Entwicklung durch Begrenzung des industriellen Fortschritts zu stoppen, getarnt als Kampf gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel. Hinzu kommt die Verschleierung von bahnbrechenden Technologien und die Konzentration der Kontrolle über natürliche Ressourcen und Geburtenraten.

Im Zentrum des Leitbildes des „sustainable development“ stehen in der Praxis die Sustainable Development Goals (2015-2030), die die zweite Version der Millennium Development Goals (2000-2015) sind. „Die Ziele sind ein Abriss der „Agendas“ für das 21. Jahrhundert und bis 2030.“ (Agenda-XXI, Agenda-2030).

Spezialisierte Programme, Agenturen und Fonds der Vereinten Nationen werden aktiv genutzt, um diese Prozesse zu überwachen. Die Steuerung durch das UN-Sekretariat wird durch spezielle „sustainable development“-Institutionen – UN-Konferenzen zu Umwelt und Entwicklung und UN-Weltgipfel zu den Entwicklungszielen – dupliziert. Beide sind durch die Verabsolutierung des Umweltschutzes als Grundlage mit dem „sustainable development“ verbunden.

Drittens. Die größte Herausforderung für das festgelegte System der Global Governance geht derzeit von dem raschen Zusammenrücken Russlands und Chinas aus. Das trägt dazu bei, das Gesamtpotenzial in Eurasien zu formen und die militärische, politische und wirtschaftliche Macht des kollektiven Westens auszubalancieren; die alternative Sichtweise Moskaus und Pekings auf „sustainable development“ und Global Governance insgesamt liefert die ideologische Grundlage dafür.

Um sie zu fördern, verwenden unsere Länder eine wörtliche Interpretation der Dokumente und der Ziele der „sustainable development“, die sie im Interesse der Mehrheit der Menschheit, insbesondere der Entwicklungsländer, der Stärkung der staatlichen Souveränität, der universellen, ehrlichen und gleichberechtigten Teilnahme an der Global Governance ausüben.

Viertens. Die Position Russlands und Chinas missfällt den „Meistern“ des Projekts „sustainable development“ radikal, die, um den russisch-chinesischen „Revisionismus“ ihrer Pläne zu überwinden, begonnen haben, globale Institutionen höherer Ordnung zu bilden. Die erste dieser Institutionen, die im Rahmen der praktischen Umsetzung des „Reset“-Projekts entstand, war der Rat für einen inklusiven Kapitalismus im Vatikan.

Das Vatikanische Konzil zum inklusiven Kapitalismus vereint die Interessen der Oligarchie und den von ihren Eliten gefütterten NGOs, um Staaten und Souveräne zu Gunsten einer globalen „kollektiven Souveränität“ zu untergraben. Den römischen Papst in den Mittelpunkt der vom Konzil gebildeten hierarchischen Organisationsstruktur zu stellen, deutet darauf hin, dass das Konzil mit einer ökumenischen Handlungsbedeutung ausgestattet ist, die sich aus dem in den 1960er Jahren geschlossenen Bündnis der römisch-katholischen Kirche mit den großen Zentren des Weltjudentums ergibt.

Den westlichen Eliten fehlt das Potenzial, den Widerstand zwischen Russland und China gegen das Projekt „Great Reset“, dessen Exekutivorgan der Rat für integrativen Kapitalismus ist, direkt zu überwinden. Dies führt zu beschönigenden Lösungen, wie dem bereits erwähnten Projekt des „globalen Konzerts“, das seine Zugehörigkeit zum Globalismus verschleiert, indem es vorgibt, das „sustainable development“ zu ignorieren. Die taktische Seite dieses Zickzacks hängt mit dem Versuch zusammen, Moskau und Peking einzubinden und gleichzeitig die zentrale Rolle der UNO zu schwächen; strategisch ist das Konzert eindeutig die Anfangsphase des „Reset“.

Fünftens. Die wichtigste und einzige alternative Bedingung, um den globalistischen Plänen wirksam zu begegnen, bleibt die umfassende Stärkung der russisch-chinesischen strategischen Partnerschaft mit der Möglichkeit, sie gegebenenfalls in ein vollwertiges politisches und sogar militärisches Bündnis zu verwandeln. Die Gründe dafür liegen in der zunehmenden Kombination von Russlands militärischem Potenzial und Chinas wirtschaftlicher Stärke, die durch eine gemeinsame technologische Basis in hohem Maße verstärkt wird.

Dabei spielt das vom Westen abweichende Wertesystem Russlands und Chinas eine entscheidende Rolle. Die Projektion dieser Vorteile auf die moderne Etappe der menschlichen Entwicklung lässt erwarten, dass der Globalismus aufhört und in der Konkurrenz mit dem System der nationalstaatlichen Souveränitäten besiegt wird, was der wichtigste Inhalt dieses weltgeschichtlichen Moments ist.

Ende der Übersetzung

Interessant finde ich, dass auch diese Analyse wieder die Wichtigkeit der NGOs als Herrschaftsinstrument der westlichen Oligarchen bezeichnet, wie ich es auch in meinem Buch „Abhängig beschäftigt – Wie BRD führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ herausgearbeitet habe. In dem Buch habe ich an Beispielen aus der Realität aufgezeigt, wie diese Herrschaft einiger weniger reicher und mächtiger westlicher Oligarchen funktioniert und wie sie dabei dem „dummen Volk“ sehr erfolgreich eine „Demokratie“ vorspielen, während der Westen in Wahrheit eine Oligarchie (oder Plutokratie) ist.

Quelle: anti-spiegel.ru

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UPDATES:

 

Vertrag zwischen WEF und Dänemark bereits 2018 geschlossen

WEF Africa Competitiveness Report 2013: SA leads the co...

 

Offenbar keine Verschwörungstheorie sondern vielmehr Blueprint für den gesellschaftlichen Umbau – die Ideen des Klaus Schwab zur Vierten Industriellen Revolution sind in Dänemark seit 2018 Regierungsprogramm. Auf der Seite des dänischen Aussenministeriums findet sich unter dem Titel “Weltwirtschaftsforum (WEF) & Dänemark starten in San Francisco eine einzigartige Partnerschaft, um die vierte industrielle Revolution voranzutreiben” eine nähere Darlegung der geplanten Kooperation. Die Vereinbarung galt zunächst nur für ein Jahr mit Verlängerungsoption. 2020News erkundigt sich beim dänischen Aussenministerium nach dem Stand der Dinge.

Die Pressemitteilung vom 24. April 2018 in der Übersetzung:

“Die ehrgeizige neue Vereinbarung, die die erste ihrer Art zwischen dem Weltwirtschaftsforum (WEF) und einem europäischen Land ist, wird am 24. April (2018, Anmerkung der Redaktion) vom dänischen Tech-Botschafter und dem neu gegründeten WEF Center for the Fourth Industrial Revolution in San Francisco unterzeichnet. Das Zentrum wurde im vergangenen Jahr gegründet, um speziell die Vision des WEF voranzutreiben, durch öffentlich-private Partnerschaften Wirkung zu erzielen.

Die Partnerschaft zwischen dem WEF und Dänemark zielt darauf ab, neue globale Allianzen zwischen einer Vielzahl von Stakeholdern zu schmieden, darunter der private Sektor einschließlich Technologieunternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft, um bei der Gestaltung und Entwicklung der modernsten Ansätze, Richtlinien und Vorschriften von morgen zu helfen, um die Chancen der vierten industriellen Revolution zu nutzen.

Als kleines und fortschrittliches Land ist Dänemark bereits eine der am stärksten digitalisierten Gesellschaften der Welt. Nichtsdestotrotz hat die dänische Regierung das klare Ziel, Dänemark weiterhin auf die Vielzahl von Chancen, aber auch Herausforderungen vorzubereiten, die sich aus der Digitalisierung und der rasanten Entwicklung neuer Technologien im 21 Jahrhundert ergeben. Die Vereinbarung in San Francisco folgt einem umfassenderen Memorandum of Understanding (MoU), das auf dem 48. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos-Klosters, Schweiz, im Beisein von WEF-Gründer Dr. Klaus Schwab, dem dänischen Premierminister Lars Løkke Rasmussen und WEF-Präsident Borge Brende unterzeichnet wurde.

“Unsere Aufgabe ist es, die vierte industrielle Revolution so zu gestalten, dass sie der Gesellschaft zugute kommt. Dänemark hat sich verpflichtet, eine Führungsrolle einzunehmen und innovative Rahmenbedingungen und Politiken zu pilotieren, die im Zentrum mitgestaltet werden. Wir freuen uns auf eine starke Zusammenarbeit und den Austausch von Erkenntnissen innerhalb unseres Netzwerks”, sagt Murat Sonmez, Leiter des World Economic Forum Center for the Fourth Industrial Revolution.

Gemeinsam mit einer Auswahl führender Partner aus dem Privatsektor werden das WEF und die dänische Regierung in vier konkreten Bereichen zusammenarbeiten, in denen neue Technologien potenziell viele Aspekte des täglichen Lebens der Weltbürger neu definieren und Herausforderungen für die traditionelle Regierungsführung schaffen werden.

“Diese Partnerschaft basiert auf der grundlegenden Überzeugung, dass Technologie im Allgemeinen einen positiven Game-Changer für die Welt darstellen wird. Wie frühere industrielle Revolutionen wird auch unsere Zeit die Wirtschaft wachsen lassen, Menschen aus der Armut befreien, eine noch nie dagewesene Gesundheitsversorgung bieten, Nachhaltigkeit in allen Bereichen entwickeln und eine neue Generation von Start-ups hervorbringen. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und das Internet der Dinge bringen enorme Chancen für ein kleines, offenes und stark digitalisiertes Land wie Dänemark. Aber es braucht die richtige Kombination aus Fähigkeiten, Politik und Regulierungen, um die Chancen zu maximieren und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. Unsere Partnerschaft mit dem WEF in San Francisco wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein”, sagt Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen, der Anfang letzten Jahres den weltweit ersten und bisher einzigen Tech-Botschafter ernannte und damit die Technologiediplomatie (TechPlomacy) zu einer Querschnittspriorität in der dänischen Außenpolitik erhob. Mit Sitz im Silicon Valley, aber mit einem globalen Mandat und einem Team, das auch in Kopenhagen und Peking sitzt, führt der Tech Ambassador die neue WEF-Partnerschaft im Namen der dänischen Regierung an.

Das WEF und Dänemark werden zusammenarbeiten, um eine Reihe von Pilotprojekten in Dänemark zu identifizieren und voranzutreiben, die das Potenzial haben, international zu skalieren. Das Ziel ist es, bei der Gestaltung und Operationalisierung einer agilen Regulierung zu helfen, die auf dem Prinzip “light but right touch” basiert, die einerseits mit dem Tempo der neuen Technologie mithält und diese ermöglicht, und andererseits sicherstellt, dass grundlegende Prinzipien der Governance sowie Kernwerte weiterhin gedeihen.

Die WEF-Dänemark-Partnerschaft wird speziell Initiativen verfolgen, die auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ausgerichtet sind, als Anerkennung dafür, dass die SDGs Marktchancen für 12 Billionen USD jährlich darstellen, die der private Sektor und andere Akteure nutzen können, während sie zu einer nachhaltigeren Welt beitragen.

Dänemark wird mit dem WEF Center for the Fourth Industrial Revolution’s Internet of Things (IoT) and Connected Devices Projekt zusammenarbeiten, um Initiativen in Dänemark zu pilotieren, die speziell von Fortschritten in der genauen Satellitenpositionierung und Geodaten profitieren. Dänemark hat eine der höchsten IoT-Implementierungen der Welt. Analysen zeigen, dass schätzungsweise 84 % der IoT-Einsätze derzeit die SDGs adressieren oder das Potenzial haben, diese zu fördern. Dies unterstreicht, dass es noch ein riesiges Potenzial im Zusammenhang mit dem IoT gibt, das noch nicht ausgeschöpft wurde.

Darüber hinaus werden das WEF und Dänemark ihr Netzwerk nutzen, um einzigartige Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie aufkommende Technologien, wie z. B. die Präzisionsmedizin, den Gesundheitssektor in den kommenden Jahren verändern werden und wie sich Länder wie Dänemark zum Wohle von Patienten und Unternehmen entsprechend anpassen können.

Ein dynamisches Umfeld für digitale Innovationen ist auch der Schlüssel zum Erfolg in der vierten industriellen Revolution. Das WEF und Dänemark werden Best Practices aus dem einzigartigen Innovations-Ökosystem im Silicon Valley identifizieren, von denen dänische und europäische Unternehmen, Start-ups, Hochschulen, Studenten und andere Akteure auf neue Weise profitieren können, mit besonderem Fokus auf künstliche Intelligenz, Big-Data-Analytik und Internet der Dinge.

Schließlich wird die Partnerschaft neue Ansätze für agiles Regieren erforschen, um eine menschenzentrierte, inklusive und nachhaltige Politikgestaltung in der Zukunft zu fördern.

Im Rahmen der Vereinbarung wird ein Government Fellow des dänischen Ministeriums für Energie, Versorgung und Klima an das WEF Center in San Francisco abgeordnet, um spezifische Kooperationsaktivitäten zu leiten. Darüber hinaus werden das dänische Ministerium für Industrie, Wirtschaft und Finanzen, das Gesundheitsministerium und das Außenministerium regelmäßig mit dem umfangreichen Netzwerk des Forums an Experten und Partnern aus dem Privatsektor in San Francisco zusammenarbeiten und sich austauschen.

Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von einem Jahr mit der Möglichkeit zur Verlängerung.”

Als Ansprechpartner der Kooperation sind benannt:

WEF | Ms. Amanda Russo, Public Engagement Lead, World Economic Forum Center for the Fourth Industrial Revolution |  HP: +1 (415) 734-0589

Dänemark | Mr. David Tarp, Political & Stratcom Advisor, Office of Denmark’s Tech Ambassador | , HP: +1 (415) 494-1258

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Selbst gute Journalisten sind sich der ganzen Tragweite noch nicht voll bewusst:

Die „Multi-Stakeholder-Weltgesellschaft“

Was ist der Great Reset?

Ein Gastbeitrag von Sönke Paulsen - 09. Juni 2021

Noch nie wurde über ein Projekt, das man gern als globales Eliten-Projekt bezeichnen darf, so viel gesprochen, von dessen Inhalten so wenig bekannt war. Verschwörungstheorien von der Ergreifung der Weltherrschaft unter dem Vorwand einer neuen „Post-Covid-Weltordnung“ kursieren überall in unterschiedlichen Varianten.

Genaues weiß keiner nicht

Wer aber jetzt neugierig geworden ist, was mit dem „Great Reset“, der großen Transformation, die Klaus Schwab in Davos vorgestellt hat und die jetzt als Projekt anlaufen soll, gemeint ist, stößt leider nur auf Schlagworte.

Viele dieser Schlagworte kennen wir schon. Da ist die ökologische Nachhaltigkeit, die faire Weltwirtschaft, die Unterordnung des Profites unter den sozialen Nutzen und die Gemeinsamkeit aller Länder, die sich, laut Schwab, an dem Neuaufbau der Weltwirtschaft beteiligen „müssen“.

Petition mit 80 000 Unterschriften gegen das Projekt

Natürlich fragt man sich, warum eine kanadische Petition gegen diese Initiative in kurzer Zeit achtzigtausend Unterschriften sammeln konnte, wenn die eigentlich kritische Autorität des Katastrophen-Kapitalismus, Naomi Klein, das Projekt für ein unbedeutendes Rebranding des Corona-Themas mit altbekannten Ideen hält, die in Davos schon seit Jahrzehnten rauf und runter gebetet, aber nicht umgesetzt werden. Sie spricht von einem „Great-Reset-Smoothie“, einem Modegetränk also, das junge Leute ködern soll.

Was ist dran, an den Befürchtungen, dass hier eine sozialistische Weltgesellschaft, zumindest aber eine grün-nachhaltige Weltgesellschaft aus der Wiege gehoben werden soll, ohne die Bürger zu fragen?

Zunächst einmal. Prinz Charles, der diese Initiative in Davos protegiert hat, betonte sehr deutlich, dass man die Bürger fragen müsse. Bei Klaus Schwab, dem Autor des Buches „The Great Reset“ und Gründer des World Economic Forums in Davos, klingt das nicht mehr so deutlich durch. Er will eine „Multi-Stakeholder-Initiative“ und das ist definitiv etwas anderes, als die Bürger zu fragen.

Genau diese Multi-Stakeholder-Initiative soll jetzt ins Rollen kommen, und zwar unter Beteiligung folgender Personen, die exemplarisch aufgezählt werden:

Victoria Alonsoperez, Gründerin und Geschäftsführerin von Chipsafer, Uruguay, und ein Young Global Leader; Caroline Anstey, Präsidentin und Geschäftsführerin von Pact, USA; Ajay S. Banga, Geschäftsführer, Mastercard, USA; Sharan Burrow, Generalsekretärin, Internationaler Gewerkschaftsbund (IGB), Brüssel; Ma Jun, Vorsitzender, Green Finance Committee, China Society for Finance and Banking, und Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses der People’s Bank of China; Bernard Looney, Geschäftsführer, bp, Vereinigtes Königreich; Juliana Rotich, Venture Partner, Atlantica Ventures, Kenia; Bradford L. Smith, Präsident, Microsoft, USA; und Nick Stern, Vorsitzender, Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment, Vereinigtes Königreich.

In einem Papier des WEF wird bei den vorgenannten Personen beispielsweise von „Stakeholdergruppen der Weltgesellschaft“ gesprochen und in einer Weltkarte werden sie als „Global Shapers Community“ bezeichnet. Über 420 Organisationen und über 11000 „global Shapers“ seien dort eingezeichnet.

Die Begriffe befremden!

Unter einer Weltgesellschaft stellt man sich zunächst mal die Menschen vor, die auf der Erde leben, und nicht eine Auswahl von Stakeholdern, die dann auch noch als „global Shapers“ also als globale Treiber bezeichnet werden.

Die genannte Auswahl der Organisationen und Personen befremdet noch viel mehr!

Es handelt sich hauptsächlich um CEOs von Unternehmen, einer Generalsekretärin des IGB, ein englisches Forschungsinstitut mit dem Thema Klimawandel und eine amerikanische NGO namens Pact, von der man nichts Genaues weiß, außer, dass sie alles Gute auf ihrer rosa Website verzeichnet hat. Daneben Microsoft, Mastercard und die Bank of China!

Das ist also die Stakeholder-Weltgesellschaft, das sind die globalen Treiber?

Noch irritierender als der Begriff der Weltgesellschaft und ihre Teilnehmer laut WEF, sind die Analysen der großen globalen Gerechtigkeitsprobleme, welche die Pandemie offenbart habe. In kleinen Videoswird auf der Seite des WEF dargestellt, dass die größten Gerechtigkeitsprobleme folgende seien:

Mehr von Sönke Paulsen – Lesetipp

Angriff auf die Welt – eine spannende Fortsetzungsgeschichte.

Kein gerechter Zugang zu medizinischer Versorgung, zu grünen Räumen, die der Erholung dienen, zum Internet, zu digitaler Arbeit und Homeoffice und zu barrierefreien Möglichkeiten, sich an der digitalen Welt zu beteiligen.

Das sind also die großen Ungerechtigkeiten der Menschheit?

Man fühlt sich an einen Staubsauger-Vertreter erinnert, der morgens an der Tür klingelt, und wenn man nicht öffnet, laut ruft: „Wissen Sie, was die größte Ungerechtigkeit ist? Ihr Nachbar hat einen Hoover und Sie nicht!“

Halten wir also fest:

Der WEF (Abteilung Great Reset) will die globale Gesundheitsversorgung verbessern, mehr Zugang zu Grünflächen für arme Bevölkerungsschichten und vor allem Internet für alle!

Man möchte an dieser Stelle gar nicht mehr anfangen, wie es mit dem Kampf um Ressourcen, sauberes Wasser, gesunder Nahrung, Zugang zur Bildung, fairen Handelsverträgen für schwache Länder und fairen Finanzmärkten aussieht? Vielleicht kann ja die Bank of China (die am Projekt beteiligt ist) etwas dazu sagen? Die Bank, die ihre Kredite für ärmere Länder regelmäßig an politisches Wohlverhalten gegenüber China koppelt und diesen Tenor auch in Handelsverträgen pflegt, die minderwertige, chinesische Impfstoffe, die nirgendwo anders gekauft werden, an Entwicklungsländer verkauft und die Knebelkredite dafür gleich mitliefert?

Wenn das die globalen Shaper sind, die Stakeholder-Weltgesellschaft ist, dann kann man nur noch eine gute Nacht wünschen!

Aber es ist ja nicht so. Viel eher hat man den Eindruck, dass die Initiative die drei wirtschaftlichen Megatrends, Gesundheit, Umweltschutz und Digitalisierung, nach vorn bringen möchte und sie deshalb als Lösung für die Gerechtigkeitsprobleme auf unserem Erdball verkauft. Ein Griff also in die Trickkiste, den auch unsere „Klima-Politiker“ regelmäßig tun. „Wenn der Klimawandel gestoppt ist, sei die Welt gerechter.“

Das Gegenteil ist der Fall!

Umweltfreundliche Technologie gibt es nicht zum Nulltarif. Arme Länder werden dann endgültig zur Müllkippe der Industrienationen. Dort landet all das, was nicht in die schöne, neue, grüne Welt passt. In Afrika wird heute unser Computerschrott verbrannt (oft in Kinderarbeit) und unsere billigen Schlachtabfälle werden gegessen (machen dort die kleinen Viehhalter kaputt), unser Plastik landet im Pazifik. Ein Megatrend, der schon voll im Gange ist und nur noch nicht so bezeichnet wurde!

Wie will man das euphemistisch bezeichnen? Vielleicht als Megatrend des „grünen Outsourcings“?

'Multi-Stakeholder' bedeutet nicht 'partizipative Demokratie'

Abschließend noch eines zum Multi-Stakeholder-Ansatz von Klaus Schwab. Das klingt irgendwie gut und demokratisch, ist es aber nicht.
Tatsächlich haben wir noch in den achtziger und neunziger Jahren gedacht, dass man die „partizipative Demokratie“ über die „Zivilgesellschaft“, also über die Vielzahl von NGOs organisieren kann.

Das hat sich inzwischen als schwerer Irrtum erwiesen. Einfluss in der Zivilgesellschaft bekommen die Organisationen, die entweder große Spender im Rücken haben, von Regierungen und supranationalen Institutionen finanziert werden (je nach Couleur) oder besonders einflussreiche (meist wohlhabende) gesellschaftliche Gruppen, außerdem Gewerkschaften und Kirchen. Analysen von NGOs in Deutschland zeigen aber auch, dass besonderer Fanatismus zu gesellschaftlichem Einfluss führen kann, die Aggressivität des Auftretens in der Öffentlichkeit und die eigenen Marketing-Strategien, vor allem in den sozialen Netzwerken, eine große Rolle spielen.
In Deutschland haben wir es mit einer Zivilgesellschaft zu tun, die über eine relativ hohe Akzeptanz und Abdeckung in der Bevölkerung verfügt, obwohl kaum eine NGO demokratisch aufgebaut und legitimiert ist, wie etwa politische Parteien. Dennoch verfügen sie über ein hohes Ansehen durch ihre Medienpräsenz und ihr Marketing.

Nicht vergessen werden sollte, dass das Co-Marketing von NGOs und Wirtschaftskonzernen inzwischen üblich ist. Umwelt NGOs unterstützen bestimmte Unternehmen, die sie für nachhaltig halten und die Unternehmen unterstützen diese NGOs. Mit anderen Unternehmen, die noch nicht in der Spur laufen, werden Stillhalteabkommen unter bestimmten Bedingungen geschlossen (Beispiele gibt es hier mit Nestlé und Shell und einer ganzen Reihe anderer Konzerne).

Diese Positionierung von NGOs gibt es in der gesamten westlichen Welt und hat eher etwas mit Kungelei als mit demokratischer Willensbildung zu tun.

Aber man kann auch einmal die westliche Situation beiseitelassen und schauen, wie die Positionierung von NGOs in Schwellen- und Entwicklungsländern aussieht.

Hier werden Hilfsorganisationen, Umweltorganisationen wie der WWF (World Wildlife Fund) in Afrika oder Gesundheitsorganisationen, Kirchen und politische NGOs plötzlich mit westlichem Geld zu einflussreichen Playern, die sogar Regierungen gefährlich werden können.

All diesen NGOs, die man wohl zur Stakeholder-Weltgesellschaft laut Schwab zählen müsste, ist eines gemeinsam: Sie sind in den betreffenden Ländern nicht nur demokratisch nicht legitimiert, sondern auch fremd. Sie vertreten westliche Positionen in Afrika und Asien, in Lateinamerika und Mittelamerika auch gegen die Interessen der Bevölkerung der betroffenen Länder. Die Beispiele dafür sind vielfältig und reichen von verfehlten Impfkampagnen bis zur Bekämpfung einheimischer Wilderer in Afrika mit regelrechten Todesschwadronen (Vorwürfe gegen den WWF).

Das alles hat mit Demokratie und einer echten Weltgesellschaft nicht das Geringste zu tun und soll es wohl auch nicht.

Der Great Reset von Schwab und Co ist nichts anderes als eine weitere Kampagne, mit der den Menschen in den westlichen Ländern Sand in die Augen gestreut werden soll, dass der Kapitalismus und seine Stakeholder nun höchstpersönlich eine gerechte Welt schaffen wollen.

Das Gegenteil ist der Fall.

Vorangetrieben werden sollen teure Umwelttechnologien, die arme Länder überfordern, eine westliche Dominanz im globalen Gesundheitsmarkt, (bestenfalls teilt man hier noch mit China und Indien), aber vor allem die globale Digitalisierung, auch der Währungen und Finanztransaktionen, die die Finanzmärkte zu den alleinigen Besitzern des Welt-Geldvermögens und vor allem der globalen Sachwerte und Ressourcen, einschließlich der Landwirtschaftsflächen, machen soll.

Der 'Great Reset' ist:

Eine gut getarnte und urkapitalistische Initiative, nicht im Geringsten demokratisch, aber auch nicht sozialistisch, wie manche Leute glauben wollen. Er ist abzulehnen, weil er die Welt nicht gerechter, sondern ungerechter macht!

Sehen Sie zu dem Thema auch mein neues Video: Great Reset? Das Außenministerium über die globale Ordnung nach Corona (wenn der GooTube Kanal wieder entsperrt ist).

Autor:

Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.

Bild: Shutterstock
Text: Gast