PROLOG: Immer mehr geht es nur noch um die UN Agenda 2030 mit dem Ansatz menschenfreie Naturgebiete (als Regierungsbanken-Kollateral) zu schaffen auf der einen und die Ausbeutungsinteressen der Industrie-Konzerne (und deren Banken) auf der anderen. Dass dort seit tausenden von Jahren Indigene Menschen leben, deren Urheimat und Lebensraum diese Gebiete sind, die nun zerstört werden, interessiert die wenigsten - weder die neuzeitlichen Regierungen vor Ort, die sich oft neo-kolonialer verhalten als die Kolonialisten, noch die 'Geber'-Länder, die nur dann geben, wenn auch wieder etwas herauszuholen ist, und schon gar nicht die auf der nur-grünen Welle reitenden Umweltorganisationen. Und wenn sich dann vor Ort echter Heimatschutz und Widerstand regt, hat man ja schnell die globalisiert perfektionierte Maschinerie des Kampfes gegen den 'Terrorismus' an der Hand - so denkt man. Wie jetzt gerade wieder am Beispiel von Mali zu sehen ist, endet diese Denke dann aber oft in langjährigen Kriegen und Chaos. Noch hat die Bundesrepublik Deutschland weder den Problem-Komplex um den Deutschen Genozid in Namibia nachhaltig gelöst noch sich im Hinblick auf Lösungen im sogenannten Caprivi Streifen hervorgetan, doch man macht sich lieber die Hände erneut schmutzig als die alten Flecken auf der Weste zu säubern. Der Affront gegen den Namibier Herrn Kaunatjike aber muss die sofortige Absetzung des Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin Merkel, Herrn Günter Nooke, zur Folge haben und zumindest von allen Afrikanischen Ländern wird jetzt wohl Herr Nooke zur persona non grata erklärt werden - und das zu Recht.

Petition an Entwicklungsministerium übergeben: Mehr als 120.000 Stimmen gegen Pläne zur Öl- und Gasförderung im Kavango-Becken

Okavangodelta
Okavangodelta - Foto: Flickreview R Lizenz: CC BY 2.0

02. Juni 2021

Die Deutsche Umwelthilfe hat heute vor dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine gemeinsame Petition mit der namibischen Aktivistin Ina-Maria Shikongo und dem Bündnis Saving Okavangos Unique Life (SOUL) an die deutsche Bundesregierung übergeben.

Geplante Ölbohrungen des kanadischen Unternehmens ReconAfrica und der damit verbundene Schwerlastverkehr bedrohen akut die Gewässer, das Ökosystem und die Tierwelt im größten grenzübergreifenden Naturschutzgebiet KaZa in Namibia und Botswana.

Dazu erklärt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH: "120.000 Menschen fordern von der Bundesregierung, nicht länger wegzuschauen angesichts der drohenden Zerstörung eines einzigartigen Ökosystems an den Zuflüssen des weltberühmten Okavango-Deltas.

Der Bundesregierung kommt beim Schutz der Region eine besondere Rolle zu, weil sie die Erhaltung des KaZa-Gebietes über die KfW-Entwicklungsbank mit Steuergeld in Millionenhöhe fördert. Dieses Geld soll angeblich vor allem Naturschutz und Tourismus zugutekommen. Ölbohrungen sind damit in keiner Weise zu vereinbaren. Jetzt muss die Bundesregierung ihre Position überdenken und Vorschläge machen, um die Lebensgrundlagen der Menschen und die Umwelt vor Ort langfristig zu sichern."

Barbara Metz und der stellvertretend für namibische Zivilgesellschaft anwesende Aktivist Israel Kaunatjike übergaben die Unterschriften an eine Vertreterin des BMZ vor der Tür des Ministeriums. Eine zuvor vereinbarte persönliche Übergabe an den Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin Günter Nooke wurde von der DUH und den Petitionsinitiatoren abgesagt. Hintergrund ist, dass das BMZ Herrn Kaunatjike die Teilnahme an dem Termin auf dem Ministeriumsgelände unter Verweis auf das Hausrecht verwehrt hatte.

Ina-Maria Shikongo, die nicht vor Ort in Berlin sein konnte, hatte bereits am 23.4.2021 die Petition mit bis dato über 100.000 Unterschriften an die deutsche Botschaft in Namibia übergeben. "Es steht fest, dass ReconAfrica rechtswidrig ohne Wassergenehmigung sowie Erlaubnis zur Entsorgung von hochtoxischen Abwässern operiert. Die deutsche Regierung darf nicht warten, bis das Schlimmste eingetreten ist und muss sich jetzt für eine grenzüberschreitende strategische Umweltprüfung sowie einen Stopp der weiteren Explorationsarbeiten einsetzen", so Shikongo, Ikone des lokalen Widerstandes und Mitglied von Fridays for Future Windhoek.

Hintergrund:

Im vergangenen Jahr wurden die Pläne der kanadischen Ölfirma ReconAfrica bekannt. Das Unternehmen will im sogenannten Kavango-Basin in Namibia und Botswana Öl- und Gas fördern und hat sich dafür Erkundungslizenzen gesichert. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sowie die Lebensräume und Wasserressourcen der Menschen in der Region bis hin zum weltbekannten Okavango-Delta sind davon akut bedroht. Durch die Ölbohrungen, mutmaßlich unter Einsatz der besonders umweltschädlichen Frackingmethode und den Schwerlastverkehr sind eine erhebliche Belastung der Gewässer und massive Schäden an Ökosystem und Tierwelt zu erwarten.

Obwohl Probebohrungen bereits Ende 2020 begonnen haben, ist die Liste der Ungereimtheiten um die Firma ReconAfrica lang: So operiert die Firma ohne die Sicherung der Wasserrechte - wie zuletzt auch durch den namibischen Minister für Landwirtschaft und Wasser Calle Schlettwein über Twitter bestätigt wurde. Und das in einem Land, in dem Wasser mehr als kostbar ist und für ein sehr wasserintensives Vorhaben, denn pro Frackingvorgang werden im Schnitt 19 Millionen Liter Süßwasser benötigt.

Die DUH engagiert sich seit vielen Jahren für das Okavango-Delta, hat 2010 seine Aufnahme in die Liste der Welterbestätten angestoßen und den Nominierungsprozess finanziell und inhaltlich unterstützt. Im Jahr 2014 erfolgte dann die Aufnahme des Binnendeltas in die Liste der UNESCO als 1.000 Welterbe der Menschheit.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (ots)