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Generalstreik in Ecuador – Nach IWF-Kreditschock tobt der Volksaufstand und Regierung flüchtet von Quito nach Guayaquil

Das Volk steht auf in Ecuador - Lenin Moreno muss gehen!

Von Frederico Füllgraf - NdS - 09. Oktober 2019

Landesweite Straßensperren im Fernverkehr, Anmarsch von 20.000 Indigenen auf die Hauptstadt Quito, Einnahme und Besetzung des Parlaments, Straßenschlachten mit brutalen Polizeieinsätzen, 2 Toten und mindestens 400 Festnahmen. Die Regierung ergreift die Flucht von Quito nach Guayaquil und verhängt von dort aus die Medienzensur und die Ausgangssperre. Gewerkschaften, der Zentralverband der Indigenen Bevölkerung Ecuadors (CONAIE) und soziale Bewegungen rufen für Mittwoch, den 9. Oktober, den Generalstreik aus.

Was passiert in Ecuador? Der Aufstand ist eine spontane und flächendeckende Reaktion auf das von der Regierung Lenin Moreno am vergangenen 3. Oktober mit Ausrufung des Ausnahmezustands über Nacht befohlene paquetazo.

Extinction Rebellion: Wie Klima-Aktivisten die Berlin-Blockade trainieren

Aktivisten der "Extinction Rebellion" blockieren im April die Oberbaumbrücke in Kreuzberg.FOTO: CHRISTOPH SOEDER/DPA

Die einen üben Hausbesetzungen, die anderen Sitzstreiks auf der Straße: Aktivisten der Klima-Bewegung stellen sich auf radikalere Protestformen ein. 

Von  - TZ - 30. 09. 2019
Am Sonntagmorgen um 11 Uhr treffen sich in einem Nachbarschaftszentrum in einem Weddinger Hinterhof friedliche Rebellen. Oder Menschen, die es werden wollen. Der große Raum, erhellt durch einen kleinen Kronleuchter, ist sehr voll. Rund 150 Menschen sind gekommen, und es werden immer mehr. Sie sitzen in einem Stuhlkreis in drei Reihen, sie sind mehrheitlich jung, zwischen 20 und 40, es sind mehr Frauen als Männer. Sie wollen Menschen und Tiere vor dem Aussterben durch einen Klimakollaps bewahren, „nicht länger nichts tun“, wie eine junge Frau es nennt.

Im Laufe des Tages lernen sie, wie sie ihren Körper zu einem Päckchen machen, um sich von der Polizei wegtragen zu lassen. Und was ihnen droht, wenn sie eine unangemeldete Versammlung auch nach der dritten Aufforderung durch die Beamten nicht verlassen. In der Mitte des Raums steht Tristan, 30, brauner Pferdeschwanz, weißer Pulli, und sagt: „Wir wollen keine Gewalt. Wir wollen Frieden und Liebe für alle.“ Willkommen beim „Aktionstraining für zivilen Ungehorsam“ der „Extinction Rebellion“ (XR), zu Deutsch: „Aufstand gegen das Aussterben“.

„Der Spaß hat aufgehört.“ Keimt eine Grüne Armee Fraktion?

1981 Anschlag auf U.S. Anlage in Ramstein / Deutschland -  Foto: U.S. Air Force https://www.nationalmuseum.af.mil/; nationalmuseum via Wikimedia Commons

By Wolfgang Röhl - 27. September 2019

Am 14. Mai 1970 begann ein turbulentes Kapitel der bundesdeutschen Geschichte. Eine sechsköpfige bewaffnete Truppe befreite in einem minutiös geplanten Akt den inhaftierten Kaufhausbrandstifter Andreas Baader aus dem Westberliner „Zentralinstitut für soziale Fragen“. Baaders Sympathisanten, darunter ein Rechtsanwalt und ein Verleger, hatten für ihn einen Besuchstermin im Institut erschlichen, zwecks vorgeblicher Buch-Recherchen. 

Bei der Schießerei wurde ein Institutsangestellter lebensgefährlich verletzt. Die Aktion gilt als Geburtsstunde der linksterroristischen „Rote Armee Fraktion“ (RAF), die das Land in den Folgejahren noch oft in Atem hielt.

Was bleibt ist der Schmerz

Seit 2015 sind laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration rund 14.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken.

Trauer in der Heimat: Nur noch ein Foto bleibt der Familie von Lansana Bangoura (Deutschlandradio / Benjamin Moscovici)

In der Öffentlichkeit bleiben die meisten Toten namenlos. Die Familien in der Heimat müssen dagegen nicht nur die Trauer bewältigen.

Von Benjamin Moscovici - DR - 28. September 2019 (Anhören)

Mafule Camara sitzt auf einer einfachen Holzbank vor ihrer Hütte in der guineischen Hauptstadt Conakry. Sie erinnert sich noch genau an den Tag, an dem ihr kleines chinesisches Billigtelefon klingelte und auf dem gesprungenen Bildschirm eine unbekannte Nummer aufleuchtete.

Sie sagt: "Es waren Freunde von ihm, die uns mitteilten, dass Lansana tot ist." Was genau geschah, lässt sich nicht rekonstruieren. Feststeht nur, dass Lansana Bangoura die Reise nicht überlebte. Mafule Camara: "Oh, Lansana! Mon bébé, mon bébé!"

Brasilien: Kriminelle Netzwerke attackieren Verteidiger des Regenwaldes

Der Ecozid gegen den Amazonas is auch ein Genozid gegen seine Ureinwohner.

Gewalt und Straffreiheit gefährden den Kampf gegen den Klimawandel

(São Paulo - HRW - 17.09.2019) - Die Abholzung der Regenwälder im brasilianischen Amazonasgebiet geht großenteils auf das Konto von kriminellen Netzwerken. Alle die sich ihnen in den Weg stellen, werden attackiert oder eingeschüchtert. Die Regierung wiederum schützt weder die Aktivisten noch den Regenwald, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht.

Der 165-seitige Bericht “Rainforest Mafias: How Violence and Impunity Fuel Deforestation in the Brazil’s Amazon” dokumentiert, wie illegale Rodungen durch kriminelle Netzwerke und die daraus resultierenden Waldbrände in Verbindung stehen mit Gewalt und Einschüchterung gegen Aktivisten und dem Versäumnis des Staates, diese Verbrechen angemessen zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.