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Gedanken zum „Recht auf eine gesunde Umwelt“

In dem Beitrag „Human rights and the international protection of biodiversity – a promising alliance“ (Teil 1 und Teil 2) stellt Romy Klimke die These auf, dass der Schutz der Biodiversität untrennbar mit der Verwirklichung von Menschenrechten verbunden sei. Sie greift dabei auf den Bericht von John Knox, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Umwelt und Menschenrechte (A/HRC/34/49), zurück und argumentiert, dass diese Thematik in der aktuellen Debatte bisher kaum berücksichtigt werde. Zwar bestünden bereits völkerrechtliche Mechanismen und Verpflichtungen, um Biodiversität in hinreichendem Maße zu schützen, es mangele jedoch an einer effektiven Umsetzung durch die Staatengemeinschaft. Dies liege insbesondere daran, dass dem überwiegend ökozentrisch motivierten Biodiversitätsschutz kaum Priorität beigemessen werde. Dies könne gelöst werden, indem Artenschutz als Teil eines Menschenrechtes auf eine gesunde Umwelt (right to a healthy environment) unter völkerrechtlichen Schutz gestellt werde.

Ein indigenes Volk in Peru bildet staatliche Strukturen, um die Natur zu schützen

von Paul Codjia und Raphaël Colliaux - Le Monde diplomatique - 09.08.2018

Kurz vor acht Uhr morgens legt unsere Schaluppe in Santa María de Nieva ab, der Hauptstadt des Distrikts Condorcanquí. Fünf Stunden sind es bis La Poza, einer Siedlung inmitten des Wampis-Territoriums [1]. In der Gegend leben mehr als zehntausend Jäger, Fischer und Kleinbauern - inzwischen auch einige Lehrer und Krankenpfleger - in kleinen Dörfern und Gemeinschaften. Wir befinden uns im Norden des peruanischen Amazonasgebiets, zwischen den Provinzen Amazonas im Westen und Loreto im Osten.

Unser Boot fährt langsam den Río Santiago hinauf, der westlich der grünen Kampankis-Berge verläuft, der letzten Ausläufer der Anden vor der riesigen Amazonas-Ebene. Mancherorts sieht man aufgeworfene Erdhügel am Ufer: Hinterlassenschaften illegaler Goldschürfer, die die Erde mit Quecksilber waschen, um das Gold herauszulösen, wie uns ein Mitreisender erklärt, ein Wampis oder Awajún. Mehr will er zu dem Thema nicht sagen. Später erfahren wir, dass manche Einheimische die Goldsuche befürworten, während sich die „Große Versammlung“ (Uun Iruntramu), das Parlament der Autonomen Territorialregierung der Wampis-Nation (GTANW) dagegen ausgesprochen hat.